Reisen Von Miami nach San Francisco 2009

Rätselhafter Volkssport: Baseball bei den Giants3 min read

8. Juli 2009

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Rätselhafter Volkssport: Baseball bei den Giants3 min read

Die einzigen Stimmungsmacher.

Schon lange wollten wir mal erkunden, wie die Amerikaner Sportveranstaltungen genießen. Derzeit ist nur Baseball im Angebot – die für uns Europäer exotischste Sportart unter allen. Basketball hat gerade Sommerpause, American Football wird im Herbst und Winter gespielt. Also zum Baseball, zu den San Francisco Giants, den einheimischen Heroen. Die spielen in dieser Woche gleich neun mal hintereinander (!), täglich, gegen jeden Gegner dreimal. Gestern war Miami dran – und wir waren im AT&T-Park zu San Francisco dabei.

Was dabei gleich auffiel, war, dass alles zu spät kommt. Wir standen ein wenig lange bei den Tickets an – es gibt sie von 7 bis 80 Dollar – und wunderten uns, wieso die Straßenbahn (MUNI) immer noch so viele Menschen ausspuckt. Aber wir sollten aus dem Wundern gar nicht mehr herauskommen. Im Stadion lief das Spiel längst – man hatte es nur nicht mitbekommen können, weil das Publikum bei diesem seltsamen Ballspiel so gut wie nicht mitgeht. Nur, wenn einer den Ball so weit wegschlug, dass er im Publikum landete, gab es mal einen Aufschrei. Soetwas wie eine Gefühlsregung kam ansonsten nur noch während irgendwelcher Ansagen auf der Anzeigetafel sowie beim Verschenken von T-Shirts auf, die von einem im Kreis fahrenden Elektrokarren geworfen wurden.

An den Regeln verzweifelten wir erwartungsgemäß. Natürlich wissen wir, dass der eine den Ball so wirft, dass der andere ihn möglichst nicht mit seinem Knüppel trifft. Und wenn doch, dann laufen alle wie wild durch die Gegend und die einen versuchen den Ball mit ihrem überdimensionierten Handschuh zu fangen, die anderen laufen im Kreis und versuchen irgendwelche Markierungen zu erwischen – bevor die anderen fangen. Trotzdem erschien uns das alles wie ein riesiges Durcheinander, denn das eine mal liefen sie, das andere mal nicht. Also schauten wir ein wenig ins weite Rund, in dem schätzungsweise 20 000 Zuschauer versammelt waren. Essen und Trinken gab es erwartungsgemäß massenhaft, Verkäufer flanierten durch die Reihen und boten Allerlei an. Merchandising in Größenordnungen, Popcorn wie im Kino, ein ständiges Kommen und Gehen auf den Rängen – gewöhnungsbedürftig. Ab und an ein Jauchzen der Menge, wenn wieder ein Ball durch die Lüfte segelte und die einen rannten und die anderen ihre überdimensionierten Handschuhe schwenkten. Da das AT&T-Stadion (nach dem größten Mobilfunkanbieter der Staaten benannt) direkt am Ufer der Bay errichtet wurde, zieht es dort auch gehörig, so dass man, wenn man keine Decke oder drei Pullover mithat oder so abgehärtet wie einige Einheimische ist, die sogar mit freiem Oberkörper (und wohl einigen der erhältlichen Mixdrinks intus) das Spiel genossen, recht schnell ins frieren kommt. Also beschlossen wir nach reichlich anderthalb Stunden, dass unser Kennenlernen exotischer Sportarten für diesen Tag beendet ist und wir zogen uns dezent zurück. Unser Fazit: Die spinnen, die Amis!

PS: Achja, die Giants gewannen 3:0. Warum, wissen wir nicht. Statistik hier: http://sanfrancisco.giants.mlb.com/news/wrap.jsp?ymd=20090707&content_id=5746182&vkey=wrapup2005&fext=.jsp&team=home&c_id=sf

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