Go to Beirut

Nun ist es endlich soweit: Wir sind in Beirut! Und es kam alles wie angekündigt: Die Grenze wurde zum Problem, die Strassen sind schlecht und der Verkehr das Schlimmste, was die Menschheit je gesehen haben dürfte. Obwohl, ich war ja noch nie in Indien oder Ägypten…

Nach gemütlichem Start gegen halb zehn verlief bis zur Grenze alles easy. Unser syrischer Bikerfreund Louay hatte uns noch kurz besucht und seinen Fahrer mitgebracht, der uns bis an die Stadtgrenze manövrierte. An der Grenze ging alles recht gut vonstatten, bis es an die Versichertung ging. Eine Hälfte von uns hatte keine benötigt und stand schon im Libanon, die andere benötigte plötzlich wieder welche.

Und als die Zöllner merkten, dass einige von uns keine Versicherung hatten, zogen sie kurzerhand Samys Pass ein und rückten diesen erst wieder heraus, als er die restlichen Versicherungen vorzeigen konnte. Dreieinhalb Stunden hatte uns die nervende Prozedur gekostet.

Nach Tief kommt Hoch: Plötzlich knatterte es wie verrückt und ein Pulk Harleys kam bis zur Grenzlinie vorgefahren. Die Lebanon Riders waren da, um uns abzuholen! Das war eine tolle Überraschung. Wir fuhren zu einem riesigen und scheinbar sehr beliebten Restaurant, wo wir gemeinsam tafelten wie die Fürsten. Die Teller standen schon turmartig übereinandergestapelt auf der langen Tafel, an der wir saßen. Alles voll mit Köstlichkeiten, von denen wir keine einzige kannten! Der Wahnsinn… Als wir pappesatt in den Stühlen hingen, die nächste Überraschung: Der Hauptgang kam! Lauter feine Sachen wie zartes Hähnchen, RIndfleisch und eine Art Cevapcici.

Als wir aufbrachen, dunkelte es schon wieder und nun begann die Horrorshow. Alle hatten uns gewarnt, wie glatt die Strassen sein würden. Aber das eigentliche Problem sind hier im Libanon die Autofahrer. Man könnte meinen, die führen den Bürgerkrieg auf der Strasse fort. Ich will nicht übertreiben, aber schlimmer gehts nimmer. Auf einspurigen Strassen wird im Gegenverkehr überholt, auf der Autobahn kommt uns plötzlich rechts ein Auto entgegen, es wird gedrängelt und gerast, dass einem die Worte fehlen. Hätte ich mich nicht selbst so stark dafür gemacht, würde ich mir das Fahrsicherheitstraining nächstes Jahr glatt sparen. Eine bessere Schulung kann es nicht geben, glaubt es mir. Aber bremsen üben macht natürlich Sinn angesichts dieser Verhältnisse hier. Der Grund liegt wohl darin, dass hier bislang gefahren wurde, als gäbe es keine Regeln. 200 km/h in der Stadt oder Verlertzung der Vorfahrt – niemanden interessierte es bislang. Erst seit 14 Tagen, so berichtete uns ein Biker der Lebanon-Fraktion, versucht die Polizei die Regeln durchzusetzen. Dies wäre wohl per Gesetz so festgelegt worden (?). Kaum zu glauben, aber so sagte er.

Endlich völlig durchnässt (Angstschweiss…) im Hotel angekommen, machten wir uns frisch und 22 Uhr gings los ins berühmte Beiruter Nachtleben, von dem alle Welt so schwärmt. Wenn die hier so feiern wie sIE Auto fahre, lässt das einiges erwarten. Wenn Ihr das hier lest, wird die Session wohl noch andauern. Dann erst mal Gute Nacht für Euch – heute gehe ich wieder später ins Bett.

4 thoughts on “Go to Beirut

  1. Eben haben wir über skype geschrieben und ich habe noch den Rest deiner Berichte gelesen. Wenn ihr immer so großartig und reichhaltig tafelt, solltet ihr vielleicht euren nächsten Ausflug mal zu Fuß unternehmen. Nee nee, Witz, mir tropft nur gerade ein bisschen der Zahn, nachdem ich von eurer Fressorgie gelesen habe. Auch Essen kann interessant oder ein Abenteuer sein, stimmt’s? Auf so ein Abenteuer würde ich mich auch einlassen…, aber nur auf das !
    Bis bald. Liebe Grüße. Mu.

  2. Hehe mein Bro, ich freue mich das es Dir so gut geht. Aber passt denn die Hose noch? Geniesse die Temperaturen dort, denn hir sind -4 C und 5 cm Schnee. Ab Mittwoch soll es dann richtig auf die Mütze geben.
    Dann lasst euch mal noch die Sonne auf den Bauch braten und ärgert die Zöllner nicht. Grüße an die gesamte Bande und die Bros von den anderen Chaptern. Wenn Du wieder zurück bist schreien Deine Erlebnisse nach einer guten Zigarre und einem guten Schluck aus der Whisky-Buddel ;-D. Ich freu mich schon darauf. Bis dahin immer genug Asphalt unterm Reifen.

    wünscht der Knipser

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